Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gemeindehauses von Horn im Hunsrück (Bildquelle: Energieagentur Rheinland-Pfalz, Sonja Schwarz)

Die große Dachfläche des Gemeindehauses von Horn im Hunsrück bietet noch Platz für weitere Photovoltaik-Module. Der Gemeinderat diskutiert derzeit eine Erweiterung, auch um eine Ladestation für Elektro-Fahrzeuge mit Solarstrom zu speisen. (Bildquelle: Energieagentur Rheinland-Pfalz, Sonja Schwarz)

Horn im Hunsrück: Photovoltaik-Strom versorgt Straßenbeleuchtung

Rund 340 Einwohner zählt das Dorf Horn, gelegen auf der Hunsrückhöhe und etwa zehn Kilometer entfernt von der Kreisstadt Simmern. Als die Sanierung des Gemeindehaues anstand, war für den Gemeinderat schnell klar: Bei den Baumaßnahmen sollte Photovoltaik aufs Dach. Angestoßen vom betreuenden Architekten Kai Schulz reifte dann die Idee, mit Hilfe von Batteriespeichern den Solarstrom für die Straßenbeleuchtung zu nutzen.

Die 28,8 kWp starke PV-Anlage ist mit einem 30 kWh großen Stromspeicher gekoppelt. Pro Jahr werden so im Durchschnitt 25.000 kWh Solarstrom erzeugt. Seit Inbetriebnahme der PV-Anlage im Juni 2017 konnten 63 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Gemeinde Horn hat in die Solaranlage 71.000 Euro investiert. Diesen Kosten stehen eine jährliche Stromkostenersparnis von 2.500 Euro und eine Einspeisevergütung von 1.400 Euro p.a. gegenüber.

„Das war genau die richtige Entscheidung“, sagt rückblickend Gemeinderatsmitglied Gerd Klar. „Bauplatz-Interessenten haben sich seither ganz gezielt bei uns gemeldet, weil wir den guten Ruf einer Umweltgemeinde genießen.“

Um Rendite sei es von Anfang an gar nicht gegangen, sondern um einen Beitrag der Kommune zur Energiewende. Gleichwohl sind Kosten-Einsparungen und Erträge hochwillkommen; um sie zu steigern, hat die Gemeinde vor zwei Jahren auch die letzten Straßenlampen noch auf LED-Technik umgestellt.

Das Beispiel „Horner Modell“ macht – insbesondere im Rhein-Hunsrück-Kreis – weiterhin Schule. Zuerst folgte der 250-Seelen-Ort Schnorbach; derzeit planen vier Dörfer – unterstützt von der Energieagentur Rheinland-Pfalz – vergleichbare Anlagen; in einer Reihe weiterer Dörfer wird die Übernahme des „Horner Modells“ diskutiert.

Michael Hauer, Geschäftsführer der Landesenergieagentur, appelliert an die Gemeinderäte im Land, die Chancen der Solarenergie auf Dächern und Freiflächen „unbedingt zu nutzen – zumal das Land Speichertechnologie bei neuen PV-Anlagen attraktiv fördert“.

Und die Geschäftsführer der drei kommunalen Spitzenverbände – Gemeinde- und Städtebund, Landkreistag und Städtetag – Dr. Karl-Heinz Frieden, Dr. Daniela Franke und Fabian Kirsch ergänzen: „Das Horner Modell ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie man vor Ort mit erneuerbaren Energien spürbar Wertschöpfung für die Bürgerinnen und Bürger betreiben kann. Da kann man den Gemeinden, vor allem im Interesse des Klimaschutzes, guten Gewissens das „Abkupfern“ nur empfehlen“.

Derweil denken die Horner selbst bereits über eine Ausweitung ihrer Photovoltaik-Anlage nach. Zusätzliche Module finden auf dem Dach des Gemeindehauses noch reichlich Platz. Sie sollen unter anderem eine Tankstelle für Elektroautos und E-Bikes speisen.

Steckbrief:
Aufdach-Solaranlage in Horn

Objekt: Aufdach-Solaranlage
Ort: Horn
Baujahr: 2017
Elektrische Leistung in kWp: 29kWp
Speicher-kapazität kWh: 30kWh
Anlagenart: Aufdachanlage
Anwendung: Beleuchtung
Stromspeicher: Solar-Stromspeicher
Quelle: Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
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